Dass die Schweiz für Bosse und Gangster aller Herren Länder ein guter Ort ist, um Geld zu parken, ist ein mehr als hundert Jahre alter Hut. In Wellen hat es zwar immer wieder Bewegungen gegeben, die namentlich Grundbesitz nicht in fremde Hände geben wollten – Affiche: Ausverkauf der Heimat.
Aber grundsätzlich ist das Anlegen von meist luschen ausländischen Gewinnen in stabilen Schweizer Werten eine der Säulen der Schweizer Wirtschaft.
Und was Hotels im Besitz von schwerreichen Leuten angeht, sagte mir vor Jahren Jürg Schmid, damals Direktor von Schweiz Tourismus: Manche sammelten Bilder, da seien ihm Hotels als Sammlerstücke doch lieber. Touché.
Nachfolgend vorderhand die Sammlerliste Interlakens (Für Ergänzungen und Korrekturen bin ich dankbar):
Belle-Epoque-Palast auf dem absteigenden Ast.
In chinesischer Hand, die auch das Seiler au Lac in Bönigen kontrolliert. Komplett undurchsichtig.
So ist Jian Ge nur über Umwege als federführend zu erkennen, das Grundbuch weist als Eigentümerin des Beau-Rivage eine HONG KONG ZHONGJI PROPERTY GROUP LIMITED in Hong Kong aus.
Traditionsreiches Haus, um die Wende zum 21. Jahrhundert aus alteingesessenem, gastgewerblichem Familienbesitz in ausländische Hände geraten – wie das Du Nord, das Weisse Kreuz oder das Harder Minerva.
Mittelgrosses, zentral gelegenes Traditionshaus.
Tranditionsreiches Haus am Höheweg, über Jahrzehnte in gastgewerblichem Familienbesitz.
Ravi und Ravinder Kumar, indische Unternehmer, die in St. Gallen sitzen, sind geradezu der Inbegriff umstrittener ausländischer Eigentümer im Schweizer Gastgewerbe.
Mittleres Belle-Epoque-Haus, über Jahrzehnte in alteingesessener, gastgewerblicher Hand, mangels Nachfolge verkauft.
Kleines, älteres Haus, über Jahrzehnte in alteingesessener, gastgewerblicher Hand, mangels Nachfolge verkauft.
Schweizer AG in teilweise chinesischer Hand, eher undurchsichtig.
Lange Jahre in der Hand der gastegewerblichen Familie del Grasso, mitten in der Fussgängerzone der Jungfraustrasse, die sich im 21. Jahrhundert mit dem Aufweichen des Wirtepatentes und der Verkaufsbeschränkungen von Immobilien ins Ausland von einer Berner Oberländer Flaniermeile zu einem exotischen Bazar verwandelte.
Schweizer Firma in chinesischer Hand, ziemlich undurchsichtig.
Aus dem späteren 20. Jahrhundert, irgendwie kein Hotel, sondern eine Übernachtungsmöglichkeit für Gruppen.
Traditionsreiches, mittelgrosses Haus in langjährigem, gastgewerblichem Familienbesitz, mangels Nachfolgelösung in ausländische Hand verkauft.
Kleines Haus, Übergabe vor wenigen Jahren aus alteingesessener Hand mangels Nachfolge.
Mittelgrosses Haus, misslungene Übergabe aus schweizerischer Hand mangels Nachfolge.
Traditionsreiches Haus, mangels Nachfolge verkauft.
Schweizer Firma in chinesischer Hand, die auch im Beau-Rivage Interlaken zugange ist.
Kleines, ehedem äusserst renommierte Haus mit toller Küche.
Wechselte etwa zur selben Zeit wie das Harder-Miverva in dieselben indischen Hände.
Kleineres Haus, das viele Handwechsel durchgemacht hat und nun in der Hand einer ganz besonderen Persönlichkeit ist.
Gehört zum Imperium von Rasaratnam Thayanantharajan, in der Gegend bekannt als Rajan.
Als ich einmal über ihn schrieb, rief mich ein Anwalt an, der in Thun sitzt, aber auch in Transnistrien zu verorten ist: Gewisse Abschnitte könnten Rajan in Schwierigkeiten bringen. Ich löschte sie und gab Rajan eine Carte Blanche – er nutzte sie nicht.
Sobald ich Fiduz oder Hilfe habe, werde ich die Liste um weitere Orte ergänzen, Interlaken erscheint im Vergleich etwa mit Grindelwald oder Saanen etwas billig.
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