Matten muss handeln

Mir ist ganz schlecht, ich muss an den Hochsommer 1999 denken: als wir an diesem Sonntag eine Wanderung von Engstlen auf die Frutt gemacht hatten und auf der Heimfahrt beim Blick ins finstere Saxettal noch zueinander sagten, was für ein Unwetter sich da zusammenbraue; als ich wenig später von der Schweizerischen Depeschenagentur angerufen und nach Bönigen an den Quai geschickt wurde – da sei etwas passiert beim Raften oder so.
Mein erster Gedanke und Anruf galt meinem Bruder: Etwa ein Jahrzehnt zuvor war er hierzuberge unter den Ersten gewesen war, die mit grossen Gummibooten Bergbäche runterfuhren – es ging glücklicherweise nicht um ihn und nicht ums Raften und nicht um die Firma, für die er damals noch manchmal arbeitete.
Betroffen war ein anderes Unternehmen; es hat inzwischen den Namen geändert und ein Monopol.

Die Tage waren ein Horror wie jetzt, die Medien hatten samt meiner selbst eine hässliche Rolle als aufdringliche Aasgeier. Meine wirkliche journalistische Arbeit für die alte Weltwoche wurde nie gedruckt, es war eines meiner letzten Engagements als Freier Journalist, bereits beim Mystery Park hatte meine Zürcher Kundschaft meine Texte nicht mehr gedruckt, und als dann der Mordfall kam und ich nichts dazu schreiben wollte, war ich als Reporter am Ende.

Trauer, Wut, Überforderung

Von „Trauer, Wut und Überforderung“ hatte ich 1999 geschrieben, und jetzt zu Neujahr 2026 empfinde ich ebenso. Sofort kam mir das Schulhaus Matten mit seiner Tagesschule im Dachstock in den Sinn: die alte Holzkonstruktion und der Fluchtweg für dutzende meist kleine Kinder über eine luftige Aussenleiter – teilweise sind es so viele Kinder, dass die alte Abwartswohnung zu klein ist und die Gruppen auch den Saal benutzen müssen.
Erst wollte ich den Gedanken sein lassen und nichts dazu festhalten. Aber es geht nicht, es darf nicht sein: Seit Jahren weisen die Verantwortlichen und die Mitarbeitenden der Tagesschule sowie die Verantwortlichen der Volksschule in Matten die Behörden und die Verwaltung warnend auf die feuerpolizeilich unhaltbaren Zustände hin, seit Jahren schieben die politisch Verantwortlichen samt dem Mattner Stimmvolk die Sache vor sich hin und unter den Tisch.

Schulhaus Matten mit der alten Abwartswohnung zuoberst rechts und dem Saal mit dem Fluchtweg zuoberst links.

Saal mit der Holzkonstruktion im Dachstock und dem Fluchweg hinten.

Lukarnen im Saal des Dachstockes mit dem Fluchtweg.

Für mich, der einige Jahre in diesem Schulhaus gearbeitet hat, steht ausser Frage, dass dieser Dachstock ab sofort nicht mehr als Tagesschule benutzt werden darf – und es soll niemand daherkommen und zu behaupten wagen, es gäbe keine rasch realisierbaren Alternativen!

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